Ich bin absolut sicher, dass mein Papagei durchaus verstanden hat, das Geschehen des Tages nach seinem, eben Papageien-Kopf zu gestalten. Manchmal war er boshaft, manchmal liebenswürdig, aber immer zu einem Schabernack bereit. Man hatte das Gefühl, er ist stets am tüfteln: „ was mache ich als nächstes“? Am liebsten sekierte mein Papagei den Hund. Es war ein stattlicher Boxerrüde, deshalb wartete er kluger Weise in sicherer Entfernung, bis dieser eingeschlafen ist. Erst dann landete der Papagei im gleit Anflug ein paar sichere Meter vom Hund entfernt und hielt ein paar Minuten inne um sicher zu gehen, dass nichts den Hund aufgeweckt hat.
Am rhythmischen pochen seiner Papageien-Brust merkte man, wie sehr sich der Papagei mit seinem (wohl überlegtem) Vorhaben selbst in Aufregung versetzte. Bereits hier begann für mich eine Vorstellung um Mailen besser als jede Discovery Channel.
Beim Gehen auf dem Boden watscheln Papageien seitlich vor sich hin, sodass es, wenn nicht an die Ägyptischen Wandmalereien so zumindest an eine Ente erinnert, die gerade Polka tanzen lernt… oder an eine Stehauffigur, die gerade seitlich angeschubst wurde. Bonso schleichte sich an alle Objekte seiner Begierde eben auf diese, herzige Weise an.
Drei Schritte vorwärts, dann stehen bleiben, langer Hals machen (als wenn er eben bei senen Tanzschritten sich auf die Zehenspitze stellen müsste) um so weit wie möglich nach vorne zu gucken ob auch der Hund immer noch schläft. Und wieder , drei Schritte, langer Hals und so weiter. Kein Geräusch , kein „Kuaaa“, nichts. Eine Papageienlänge vom Hund entfernt machte er sich so lang wie es nur sein wurstiger Papageien-Körper zuließ. Er krallte sich mit seinen Beinchen in den Teppich fest und schiebte sich vorwärts mit den ausgebreiteten Flügeln (wie auch die Pinguine tun, wenn sie lieber rutschen als gehen möchten) um so an den Hundekauknochen heran zu kommen. Der Papagei berechnete dieses Manöver so genau, dass es sich gerade ausging mit der Schnabelspitze an den aufgeweichten Kauknochen einzuhacken. Danach Millimeter für Millimeter und mit sichtlicher Anstrengung ziehte er den Knochen zu sich und danach weiter, weit hinter das Sofa wo er sich mit seiner Beute sicher fühlte.
Dort angekommen machte er zufriedene Geräusche... man hatte die sichere Gewissheit: er, der Papagei lacht sich da jetzt ins Fäustchen! ... während er sich über den Knochen her machte.
Nach längeren Beobachtungssessions, wie ich mit meinem Hund Quitschpupperl-Fangen spielte, entschloß sich der Papagei eines Tages einfach mit zu spielen. Nur auf dieser Weise hatte der Hund aber Pause, weil der Papagei die Quitschente schon im Flug erfasste und mit ihr davon flog. Eine zeitlang spielten wir alle drei Quitschpuppe-fangen, ich warf sie in die Höhe und die Zwei rafften sich darum wer der erster ist…. Ich hätte es nie geglaubt wenn mir das jemand vorher erzählt hätte… aber genau so war es... bis mir das Puppenspiel langsam zu teuer wurde denn, ein mal gewonnen, gab der Papagei seine Beute nicht mehr hier und zerstörte sie mit Wonne.






