Als ich mir eingebildet habe mir einen Papagei zuzulegen, wusste ich von diesen Tieren noch herzlich wenig. In einem Lausanner Tiergeschäft, wo ich für meinen Boxerrüden das Futter gekauft habe, sah ich einen zahmen Kakadu an der Kassa sitzen, der die Kunden mit einem freundlichem „Grüezi mitenand“ begrüßte.
Ich war von dem Papagei so fasziniert, dass ich mir immer deutlicher vorstellen konnte selbst einen Papagei zu besitzen. Da Kakadu aber für meine finanziellen Verhältnisse unerschwinglich gewesen ist, entschied ich mich für eine Gelbwangen-Amazone. Diese Papageienart wurde von den Ladenbesitzern selbst gezüchtet und ich musste sogar mich ein paar Monate gedulden, bis der Papagei - Küken (mit 3 Monaten) von seinen Papagei - Eltern getrennt werden konnte. So saß ich zu Hause mit einem leeren, großen Papageien - Käfig und verschlang Bücher über Bücher über Amazonen und anderen Papageien. Danach, dachte ich auf alles vorbereitet zu sein.
Aber der Schein trügte..
Als aber der Tag-X gekommen war, kam alles anders als von mir geplant. Mein neuer Papagei - Hausgenosse klebte reglos an einer Seite des Käfigs, festgekrallt mit Schnabel und Krallen am Käfiggitter. Meine Amazone war durch nichts zu bewegen diese Körperhaltung aufzugeben.
Ich ließ den Papagei vorerst in Ruhe. Sein Papageikäfig war voll mit Vogelleckereien bestückt, Wasser und Vogelfutter war auch bereitgestellt, also wird er mir wohl nicht verhungern?-dachte ich.
Erst gegen Abend, mit gehörigem Radau ließ er sich auf der Käfigstange nieder. Doch er ließ sein Schnabel nach unten hängen und sah aus als würde er innerlich bitterlich weinen. Er tat mir so Leid, dass ich bald bereut hatte ihn hierher geholt zu haben.
Ich nannte meine Amazone Bonzo, weil er mich an diesen Gonzo aus der Muppetshow sehr erinnerte.
Es hat lange gedauert, bevor ich ohne Aufstand das Käfig reinigen konnte, denn bis Dato hatte mein Bonzo jeden Annäherungsversuch mit einem unbeschreiblichem Urwaldgeschrei und Angstgehabe verweigert.
Ich war wollig verunsichert und spielte mit dem Gedanken ihn zurückzutragen, es war wohl nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Es brach mir das Herz den Vogel leiden zu sehen.
Es dauerte ein Jahr bis er sich entschlossen hat sich von mir anfassen zu lassen und von dem Tag an überschüttete er mich mit seinen Zärtlichkeiten. Er lernte auch sprechen. Von da an war jeder neue Tag ein Abenteuer denn so unterhaltsam wie ein Papagei ist wohl kein anderes Tier.






